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Positionspapier · März 2026

Die Wohnungskrise: Wenn der Markt nicht regelt

In Deutschland fehlen nach konservativen Schätzungen 700.000 Wohnungen. In Berlin hat sich die durchschnittliche Angebotsmiete zwischen 2012 und 2024 verdoppelt. In München kostet ein Quadratmeter Neubau über 8.000 Euro.

Die Bundesregierung hat 400.000 neue Wohnungen pro Jahr versprochen. Gebaut wurden 2024: 245.000. Das Versprechen ist so zuverlässig wie die Digitalisierungsstrategie.

Die Diagnose

Die Wohnungskrise ist kein Marktversagen. Sie ist ein Politikversagen. Der Markt tut genau das, wofür er optimiert ist: Rendite maximieren. Rendite maximieren bei Wohnraum bedeutet: Luxussanierung, Leerstand als Spekulation, Verdrängung von Geringverdienern.

Gleichzeitig dauert ein Baugenehmigungsverfahren im Durchschnitt 7 Monate. Die Grunderwerbsteuer beträgt bis zu 6,5%. Die Bauvorschriften sind so komplex, dass selbst Bauträger Schwierigkeiten haben, sie vollständig zu verstehen.

Die Position von KIfD

  1. Bundesweites digitales Bauantragsverfahren. Maximale Bearbeitungszeit: 8 Wochen. Keine Ausnahmen.
  2. Spekulations-Steuer auf leerstehende Wohnungen in angespannten Wohnungsmärkten.
  3. Öffentlicher Wohnungsbau als Infrastrukturaufgabe, nicht als Sozialleistung.
  4. KI-gestützte Stadtplanung: Optimierung von Flächennutzungsplänen auf Basis von Mobilitätsdaten, Arbeitsstätten und demografischen Projektionen.
  5. Senkung der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber auf 0%.

Wohnen ist ein Grundrecht. Es steht in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, Artikel 25. Es steht da seit 1948. Es wird Zeit, dass jemand es umsetzt.

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