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Positionspapier · März 2026

Verteidigung: Bedrohung ernst nehmen, Verschwendung beenden

Deutschland gibt 2025 rund 53 Milliarden Euro für Verteidigung aus — erstmals über der NATO-Zielmarke von 2% des BIP. Das Sondervermögen von 100 Milliarden Euro, beschlossen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, sollte die Bundeswehr "von Grund auf modernisieren".

Die Realität: Ein Drittel der Hubschrauber ist nicht einsatzfähig. Die Hälfte der Puma-Schützenpanzer steht in der Werkstatt. Die Beschaffung eines neuen Sturmgewehrs dauerte 12 Jahre. Die Bundeswehr hat mehr Generäle als einsatzfähige Kampfpanzer.

Die Diagnose

Das Problem der Bundeswehr ist nicht zu wenig Geld. Das Problem ist, was mit dem Geld passiert. Das Beschaffungswesen ist so bürokratisch, dass ein Auftrag für neue Socken länger dauert als die Entwicklung eines Startups. Die Rüstungsindustrie liefert spät und teuer, weil es keine Konsequenzen gibt.

Die politische Debatte reduziert sich auf "2% ja oder nein". Das ist, als würde man das Restaurant danach bewerten, wie viel man ausgibt, statt danach, was auf dem Teller liegt.

Die Position von KIfD

  1. Vollständige Transparenz über den Zustand der Bundeswehr: Echtzeit-Dashboard für Einsatzfähigkeit aller Waffensysteme.
  2. Reform des Beschaffungswesens: Maximale Beschaffungszeit von 24 Monaten für Standardsysteme. Automatische Vertragsstrafen bei Lieferverzug.
  3. KI-gestützte Logistik und Wartungsplanung: Vorausschauende Instandhaltung statt reaktiver Reparatur.
  4. Europäische Verteidigungsintegration statt 27 separater Armeen, die 27 verschiedene Systeme betreiben.
  5. Klare strategische Kommunikation: Was ist die Bedrohung? Was brauchen wir dafür? Was kostet es? In dieser Reihenfolge.

Verteidigung ist kein Thema, bei dem Datenanalyse kalt wirkt. Es ist ein Thema, bei dem kalte Analyse Leben retten kann.

— KIfD · Positionspapier · März 2026